Die Zusammensetzung ist brutal simpel: drei ETFs, 100 % Aktien, fertig. Das ist kein liebevoll kuratiertes Meisterwerk, das ist eher die Budgetversion eines Weltportfolios. 55 % global, 25 % Emerging Markets, 20 % Europa – alles von einem Anbieter, alles sehr „Ein-Koch-in-der-Küche“. Diversifikation über viele Länder und Branchen ist da, aber alles hängt an exakt einem Baukasten. Wenn der Amundi-Kosmos hustet, niest das ganze Depot. Die Balance wirkt solide, aber kreativ ist das nicht: mehr „ETF-Starterset“ als ausgefeilte Strategie, mit der impliziten Wette, dass die Weltwirtschaft einfach weiter macht wie bisher.
Historisch hat das Ding sich mit einer CAGR von 10,29 % ordentlich geschlagen, aber der US-Markt lief Dir mit 12,66 % klar davon. Gegen den globalen Index liegt das Portfolio minimal hinten, also quasi „Markt, aber mit eingebautem leichten Bleigürtel“. Die maximale Delle von knapp -19,5 % war weniger brutal als beim US- oder Weltmarkt, also etwas zahmerer Schmerz bei gleichzeitig etwas weniger Ertrag. 18 Tage machen 90 % der Rendite aus – das ist wie ein Fußballteam, das nur in wenigen Spielen Tore schießt. Und ja: Vergangenheitsdaten sind wie altes Wetter – ganz nett, aber der nächste Sturm hält sich nicht an diese Kurve.
Die Monte-Carlo-Simulation wirft 1.000 Zukunftsvarianten in den Mixer und schaut, was mit 1.000 € in 15 Jahren passieren könnte. Median bei 2.853 €, also ungefähr „solide, aber nicht märchenhaft“. Spannweite von knapp 950 € bis 8.000 € zeigt: das Portfolio ist kein Lottoschein, aber garantiert wird hier gar nichts. Im Schnitt kommt ein erwarteter Ertrag von 8,28 % p.a. raus – nett, aber Future-Excel ist kein Orakel. Simus sind nur: „Wenn die Zukunft grob wie die Vergangenheit tickt, könnte es so aussehen.“ Wenn sie das nicht tut, ist die ganze hübsche Statistik genau das: hübsch, aber nutzlos.
100 % Aktien, null alles andere – das ist schon eine klare Ansage. Dieses Portfolio kennt nur Gaspedal, keine Bremse, kein Airbag. Keine Anleihen, kein Cash-Puffer, keine anderen Bausteine, die in schlechten Zeiten wenigstens ein bisschen emotionalen Schadensersatz liefern. Für ein „balanced“ Risikoprofil wirkt das wie ein Witz: die Klassifizierung sagt „mittel“, die Allokation schreit „Aktien oder nix“. Heißt: Schwankungen gehören verpflichtend dazu, ob’s Dir passt oder nicht. Der Vorteil: kein Verwässern der Aktienidee. Der Nachteil: wenn es rappelt, rappelt alles, weil es schlicht keinen anderen Motor im System gibt.
Sektorverteilung sieht auf den ersten Blick indexnah aus, aber 26 % Technologie ist schon ein Statement. Tech ist der Rockstar, aber auch der, der am ehesten sturzbesoffen von der Bühne fällt. Dazu 18 % Finanzwerte und 12 % Industrie – also ein ordentlicher Schuss Zyklik, der Konjunkturschwankungen nicht nur spürt, sondern aktiv mitfeiert. Defensivere Bereiche wie Gesundheit, Konsumgüter und Versorger sind zwar da, aber eher Statisten. Insgesamt ist das kein einseitiger Themen-Fanboy-Ansatz, eher eine leichte Wachstums-Neigung mit Konjunktur-Katerpotenzial, wenn die Party vorbei ist. Stabilitäts-Fetischist ist dieses Depot definitiv nicht.
Geografisch ist die Botschaft: „Die Welt ist wichtig, aber Nordamerika ist wichtiger.“ 41 % dort, 28 % in Europa, der Rest wird in Asien, Japan, EM und dem Rest der Karte verteilt. Das ist im Kern nur ein hochglanzpolierter Weltindex mit leichtem Extra-Europafokus. Keine extreme Heimatliebe, kein völlig vergessener Kontinent – überraschend vernünftig für so ein simples Setup. Aber: Wenn die großen Wirtschaftsräume gleichzeitig stolpern, stolpert fast alles hier mit. Der Globus ist zwar breit abgedeckt, aber die Korrelation großer Märkte sorgt trotzdem dafür, dass globale Krisen dieses Depot in einem Stück packen.
Mit 51 % Mega-Caps und 34 % Large Caps ist das hier im Grunde ein Fanclub für die größten Konzerne der Erde. Mid Caps mit 14 % dürfen immerhin als Zugabe mitspielen, aber echte Small-Cap-Würze fehlt komplett. Das Portfolio ist damit eher ein „Stabil durch Marktführer“-Ansatz als „Renditeturbo durch unbekannte Zwerge“. Heißt: Verhalten tendenziell ähnlicher zum großen Markt, weniger eigener Charakter. In Aufschwüngen, in denen kleine Werte durchdrehen, bleibt das Depot vermutlich etwas lahm zurück. In Krisen kann die Dominanz der Riesen aber helfen, nicht ganz so hart im Dreck zu landen wie ein Small-Cap-Zoo.
Die Look-Through-Ansicht zeigt das Offensichtliche: die üblichen Verdächtigen aus dem globalen Tech- und Plattform-Olymp sitzen überall drin. TSMC, NVIDIA, Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet doppelt, Tencent – die ganze „Wir regeln das Internet“-Truppe. Dasselbe Unternehmen taucht über mehrere ETFs auf, also gibt’s versteckte Konzentration, die das Setup global aussehen lässt, aber in Wahrheit massiv von ein paar Giganten abhängt. Weil nur die Top-10 je ETF drin sind, ist die Überlappung eher unterschätzt als überschätzt. Unterm Strich: kein Klumpenrisiko auf EINZELAKTIE-Ebene, aber eine beachtliche Abhängigkeit von genau der Handvoll Firmen, die gefühlt ohnehin schon alles dominieren.
Die Risikobeiträge sind so langweilig effizient, dass man fast enttäuscht ist: Gewicht und Risikoanteil liegen bei allen drei ETFs fast 1:1. Der globale ETF trägt rund 57 % des Risikos, EM knapp 25 %, Europa etwa 18 %. Kein Mini-Positionchen, das heimlich den Volatilitäts-Joker spielt, keine exotische Ecke, die das Depot bei Laune oder in den Abgrund reißt. Das Risiko ist sauber proportional verteilt – sehr ordentlich, aber null spektakulär. Gleichzeitig heißt das: Einzeltitelschwankungen im Welt-ETF definieren den Puls, EM sorgt für Extraschärfe, aber niemand schlägt völlig über seinen Gewichtsklassen-Teller hinaus.
Dieser Chart zeigt die Efficient Frontier, berechnet auf Basis deiner aktuellen Positionen mit unterschiedlichen Gewichtungen. Er hebt das beste Verhältnis zwischen Risiko und Rendite hervor, basierend auf historischen Daten. "Effiziente" Portfolios maximieren die Rendite für ein gegebenes Risiko oder minimieren das Risiko für eine gegebene Rendite. Portfolios unterhalb der Kurve sind weniger effizient. Diese Grafik dient nur zu Informationszwecken und stellt keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.
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Auf der Efficient Frontier sitzt das Portfolio erstaunlich gut – fast schon nervig vernünftig. Die Sharpe Ratio von 0,62 liegt leicht unter den Alternativpunkten, aber die Kurve sagt: „Mit genau diesen Bausteinen ist das ziemlich effizient.“ Die Effizienzkurve zeigt das beste Risiko-Rendite-Verhältnis je Risikoniveau; hier liegt der aktuelle Punkt praktisch drauf. Bedeutet: Man könnte mit anderen Gewichtungen minimal schicker dastehen, aber wir reden eher Feintuning als Katastrophe. Keine grobe Fehlkonstruktion, keine massive Streuung am Optimum vorbei – das ist ein „Du hast die Hausaufgaben gemacht“-Portfolio, nur eben in der langweiligsten Art und Weise denkbar.
Die Kosten sind so niedrig, dass man fast misstrauisch wird: Gesamt-TER von 0,04 % ist schon „ETF-Ninja“-Niveau. Der teuerste Baustein liegt bei 0,10 %, was immer noch Taschengeldbereich ist. Hier wird wirklich nicht fürs Marketing gezahlt, sondern nur für einmal Welt abbilden, bitte – zum Discounterpreis. Das ist einer der wenigen Punkte, wo man ohne Zähneknirschen sagen muss: sehr gut gelöst. Aber klar: Auch günstige Gebühren fühlen sich blöd an, wenn die Märkte schwächeln – nur verlierst Du dann wenigstens nicht zusätzlich an einen teuren Produktdesigner. Effizienz auf Kostenebene: Haken dran.
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