Das Portfolio besteht zu 100 % aus Aktien-ETFs und ist sehr konzentriert auf drei Bausteine. Der globale All-World-ETF stellt mit rund 59 % den Kern dar, ergänzt um etwa 35 % breiten Europa-Index und gut 5 % thematischen Europa-Defence-ETF. Damit dominiert ein weltweites Basisinvestment, während Europa gezielt übergewichtet wird. Diese Struktur ist leicht nachvollziehbar: ein globaler Kern plus regionale und thematische Ergänzung. Sie sorgt für Transparenz, weil nur wenige Produkte beteiligt sind. Gleichzeitig hängt das Verhalten des Depots aber stark genau von diesen drei ETFs ab. Da die Historie nur rund 1,4 Jahre umfasst, lassen sich daraus noch keine stabilen Langfristmuster ableiten.
Über den verfügbaren Zeitraum von etwa 1,4 Jahren wäre ein Einsatz von 1.000 € auf 1.313 € gewachsen, was einer jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 20,5 % entspricht. CAGR beschreibt, vereinfacht, wie stark das Depot pro Jahr im Durchschnitt gewachsen wäre, so wie eine durchschnittliche Reisegeschwindigkeit. Die maximale zwischenzeitliche Verlustphase lag bei rund –14,9 % und war damit ähnlich wie bei den Vergleichsindizes. Gegen den US-Markt lag die Wertentwicklung leicht vorn, gegenüber dem globalen Markt etwas dahinter. Nur 10 Handelstage machten 90 % der Rendite aus – ein typisches Muster bei Aktien. Wegen der sehr kurzen Datenbasis sagen diese Werte wenig über ein mögliches langes Zukunftsverhalten aus.
Die Monte-Carlo-Simulation projiziert mögliche zukünftige Entwicklungen, indem sie historische Schwankungen zufällig neu kombiniert. Man kann sich das wie viele denkbare Kursverläufe vorstellen, die auf vergangenen Bewegungen basieren. Hier ergeben 1.000 Simulationen für 15 Jahre einen Median von etwa 2.775 € aus 1.000 € Startkapital, mit einer breiten Spanne zwischen rund 947 € und 8.132 €. Die durchschnittliche simulierte Jahresrendite liegt bei 8,29 %. Das klingt attraktiv, aber es bleibt ein Rechenmodell, keine Prognose. Besonders wichtig: Die Simulation nutzt nur etwa 1,4 Jahre Historie. So eine kurze Phase kann zufällig besonders gut oder schlecht gewesen sein und taugt deshalb nur sehr eingeschränkt als Grundlage für weit in die Zukunft reichende Annahmen.
Das Depot ist vollständig in Aktien investiert. Es gibt keine Beimischungen wie Anleihen, Immobilienfonds oder Rohstoffe. Das erhöht die Ertragschancen im Vergleich zu defensiveren Mischungen, führt aber typischerweise auch zu stärkeren Schwankungen, weil alles von den globalen Aktienmärkten abhängt. Innerhalb der Anlageklasse Aktien sind die Positionen über viele Länder und Branchen verteilt, was das Risiko einzelner Unternehmen reduziert. Im Vergleich zu typischen globalen Mischportfolios fehlt allerdings der Puffer, den weniger schwankungsanfällige Anlageklassen bieten könnten. Ob das als angenehm oder anstrengend wahrgenommen wird, hängt stark von der eigenen Risikotoleranz ab – die Analyse selbst beschreibt hier nur das deutlich aktienlastige Profil.
Sektorenseitig zeigt das Portfolio ein breit gestreutes Bild: Technologie, Finanzwerte und Industrie machen jeweils nennenswerte Anteile aus, hinzu kommen Gesundheitswesen, zyklischer und defensiver Konsum, Energie, Telekommunikation und kleinere Anteile weiterer Bereiche. Die Technologie-Gewichtung ist höher als in vielen traditionellen Weltindizes, was die Abhängigkeit von wachstumssensiblen und zinsabhängigen Geschäftsmodellen erhöht. Gleichzeitig verteilt die Mischung das Risiko auf klassische Wirtschaftsbereiche wie Industrie und Finanzunternehmen, die oft stärker von Konjunkturzyklen geprägt sind. Insgesamt ist die Sektorverteilung gut diversifiziert und liegt nahe an gängigen Benchmark-Strukturen, was ein positives Zeichen für die Robustheit gegenüber sektorenspezifischen Schocks ist – innerhalb des reinen Aktienrahmens.
Geografisch liegt ein klarer Schwerpunkt auf entwickelten Märkten, vor allem Europa mit etwa 48 % und Nordamerika mit rund 39 %. Ergänzend kommen kleinere Anteile aus Asien, Japan, Schwellenländern sowie Regionen wie Afrika/Mittlerer Osten und Lateinamerika hinzu. Im Vergleich zu einem globalen Markindex ist Europa deutlich übergewichtet, während einige andere Regionen eher unterrepräsentiert sind. Das bedeutet, dass politische, wirtschaftliche und währungsbezogene Entwicklungen in Europa einen überproportionalen Einfluss auf das Portfolio haben. Positiv ist die dennoch vorhandene weltweite Streuung, die das Risiko im Vergleich zu einem reinen Heimatmarkt-Depot deutlich breiter verteilt. Die kurze Datenhistorie reicht nicht, um zu beurteilen, ob diese Europa-Betonung langfristig ein Vor- oder Nachteil war.
Die Verteilung nach Börsenwert zeigt einen klaren Schwerpunkt auf sehr großen Unternehmen: Rund 47 % entfallen auf Mega-Caps, 35 % auf Large-Caps, während Mid-Caps und Small-Caps zusammen einen kleineren Teil bilden. Große Firmen sind oft stabiler, transparenter und liquidere Marktteilnehmer, was Risiken einzelner Ausfälle reduziert. Gleichzeitig kann das Potenzial extremer Wachstumsphasen bei kleineren Unternehmen weniger stark im Depot durchschlagen. Die relativ geringe Small-Cap-Quote bedeutet auch, dass spezielle Chancen oder Risiken dieses Segments nur begrenzt ins Gesamtbild eingehen. Insgesamt ähnelt diese Struktur typischen globalen Indizes, was in der Praxis häufig zu einer moderaten, gut nachvollziehbaren Schwankungs- und Renditedynamik führt – immer im Rahmen eines 100 %-Aktienportfolios.
Die Look-Through-Analyse zeigt, dass bekannte Großkonzerne wie NVIDIA, Apple, Microsoft und Amazon zu den größten indirekten Positionen zählen. Über alle ETFs zusammen macht keines dieser Unternehmen bisher mehr als etwa 2,7 % des Gesamtportfolios aus. Das spricht für eine breite Streuung auf Einzeltitelebene. Gleichzeitig ist die Abdeckung durch die Top-10-Listen der ETFs auf etwa ein Viertel des Portfolios begrenzt, der Rest liegt in vielen kleineren Positionen. Überlappungen – etwa bei großen Tech-Titeln, die sowohl im All-World- als auch im Europa-ETF vorkommen können – schaffen „versteckte“ Schwerpunkte, bleiben hier aber überschaubar. Wichtig ist, dass diese Auswertung mögliche Überschneidungen eher unterschätzt, weil nur die größten Einzelwerte je ETF berücksichtigt werden.
Die Risikobeiträge der drei ETFs liegen nah an ihren Gewichten. Der globale All-World-ETF stellt knapp 60 % der Allokation und trägt auch rund 60 % zum Gesamtrisiko bei. Der Europa-ETF liegt mit gut 35 % Gewicht und etwa 34 % Risikobeitrag ähnlich. Der Defence-ETF fällt trotz nur gut 5 % Anteil mit rund 6 % Risikobeitrag leicht ins Gewicht, was auf etwas höhere Schwankungen hinweist. Risk Contribution misst, wie stark jede Position zu den Gesamtbewegungen des Depots beiträgt – ähnlich wie laute und leise Instrumente im Orchester. Positiv ist, dass es keinen Ausreißer gibt, der deutlich mehr Risiko beisteuert als es der Gewichtung entspricht. So bleibt die Struktur insgesamt ausgewogen, trotz der klaren Dominanz des globalen Kern-ETFs.
Dieser Chart zeigt die Efficient Frontier, berechnet auf Basis deiner aktuellen Positionen mit unterschiedlichen Gewichtungen. Er hebt das beste Verhältnis zwischen Risiko und Rendite hervor, basierend auf historischen Daten. "Effiziente" Portfolios maximieren die Rendite für ein gegebenes Risiko oder minimieren das Risiko für eine gegebene Rendite. Portfolios unterhalb der Kurve sind weniger effizient. Diese Grafik dient nur zu Informationszwecken und stellt keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.
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Die Efficient-Frontier-Analyse vergleicht das aktuelle Portfolio mit allen möglichen Gewichtungsmischungen dieser drei ETFs. Die Effizienzkurve zeigt, welche Kombinationen im historischen Zeitraum die beste Rendite für ein bestimmtes Risikoniveau geliefert hätten. Die aktuellen Kennzahlen deuten darauf hin, dass das Depot sehr nah an dieser Kurve liegt, mit einem Sharpe Ratio von 1,23 gegenüber 1,36 beim rechnerisch optimalen Punkt. Sharpe misst die Rendite pro Risikoeinheit über dem risikofreien Zins, ähnlich wie „Euro Ertrag pro Schwankungseinheit“. Das bedeutet: Innerhalb dieser drei Produkte war die Gewichtung in der kurzen Testphase bereits ziemlich effizient. Wichtig ist aber, dass die Optimierung vollständig auf den nur 1,4 Jahren Vergangenheit beruht und damit eher ein Rückblick als eine stabile Zukunftsaussage ist.
Die laufenden Fondskosten (TER) im Depot sind mit insgesamt etwa 0,13 % pro Jahr sehr niedrig. TER bezeichnet die jährlichen Verwaltungsgebühren eines Fonds, ähnlich wie eine Grundgebühr für die Dienstleistung der Indexabbildung. Der größte Baustein, der globale All-World-ETF, liegt mit 0,14 % schon im günstigen Bereich, der Europa-ETF mit 0,07 % sogar noch etwas darunter. Nur der kleine Defence-ETF hat mit 0,40 % eine höhere Kostenquote, fällt wegen seiner geringen Gewichtung aber insgesamt wenig ins Gewicht. Geringe Kosten sind ein klarer Pluspunkt, weil sie jedes Jahr direkt von der Bruttorendite abgehen. Über viele Jahre kann selbst ein Unterschied von wenigen Zehntelprozentpunkten spürbare Effekte auf das Endvermögen haben.
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