Das Risikoprofil, abgeleitet aus vergangenen Marktschwankungen, zeigt das Risiko, dem das Portfolio ausgesetzt bist. Diese Bewertung hilft dabei, Deine Investitionen mit Deinen finanziellen Zielen und Deiner Risikobereitschaft in Einklang zu bringen.
Das Diversifikationsprofil bewertet die Verteilung von Anlagen über verschiedene Anlageklassen, Regionen und Branchen. Diese Bewertung hilft dabei, Risiken zu reduzieren, Renditen zu maximieren und eine Überkonzentration in einem einzelnen Bereich zu vermeiden.
Ausgewogene Anleger
Das Ganze schreit nach jemandem, der grundsätzlich rational ist, aber den Rendite-Gott heimlich ein bisschen herausfordern will. Hohe Aktienquote, lange Perspektive, genug Nerven für Drawdowns über 20 %, aber trotzdem zu ordentlich, um ein Zockerdepot aufzubauen. Ziele dürften Vermögensaufbau und Altersvorsorge sein, nicht “nächster Monat Lambo”. Die Risikobereitschaft ist deutlich über dem Durchschnitt, aber noch im Rahmen von “ich will schlafen können, auch wenn’s an der Börse brennt”. Der Zeithorizont wirkt lang, locker 10+ Jahre, sonst ist die Volatilität einfach Masochismus. Kurz: disziplinierter Langfristmensch mit leichtem Faible für akademisch klingende Faktorideen.
Kompositionsmäßig ist das hier die Ikea-Version eines Depots: ein riesiger All-World-Klotz mit 85 % und daneben ein 15-%-Beistelltisch “Small Cap Value”, der hofft, nicht umgestoßen zu werden. Simpel ist gut, aber Du hast faktisch ein Ein-Fonds-Depot mit einem angeflanschten Rendite-Experiment. Wenn ein Baustein so dominant ist, bestimmst Du mit der Wahl dieses einen ETFs fast alles: Risiko, Stil, Schwankungen – der Rest ist Deko. Minimalismus kann funktionieren, aber dann sollte die Gewichtung bewusst sein, nicht “85/15 klingt halt nice”. Wer so baut, sollte sich klar sein: Rebalancing ist hier kein Hobby, sondern der ganze Hebel.
Die Historie seit Oktober 2024 ist kurz, aber ausreichend, um zu sehen: Du liegst zwischen “okay” und “meh”. 1.000 € wurden zu 1.146 €, also 10,39 % CAGR. Klingt gut, bis der US-Markt daneben steht und mit 19,72 % CAGR einfach davonrennt, fast ohne Drawdown-Drama (-5,48 % vs. Deine -21,49 %). Globaler Markt? Knapp hinter Dir mit 8,95 %, aber mit fast dem gleichen Schmerz im Absturz. CAGR ist im Grunde Dein langfristiger Durchschnittstempo-Messer; Deiner ist solide, aber nicht beeindruckend für das Risiko. Und 90 % der Rendite in 5 Tagen heißt: Wer da nicht investiert war, sammelt Frust statt Zinsen.
Die Monte-Carlo-Simulation versucht aus knapp zwei Jahren Daten eine 10-Jahres-Zukunft zu basteln – also im Grunde Wetterbericht auf Basis eines verlängerten Wochenendes. Dennoch: Median +353,7 % nach 10 Jahren klingt traumhaft, 5. Perzentil mit +57,3 % ist “okay, aber nicht reich”, und 99,2 % der Pfade positiv ist statistisch hübsch, aber bei so kurzer Historie eher Wunschdenken mit Mathematik. Monte Carlo ist wie 1.000 alternative Zeitlinien durchspielen: hilfreich, aber längst kein Orakel. Botschaft: Das Renditepotenzial ist ordentlich, aber die Bandbreite der Ergebnisse ist riesig und die Datenbasis zu dünn, um sich entspannt zurückzulehnen.
100 % Aktien, null alles andere – das ist kein “Balanced”-Profil, das ist ein klassisches “ich nenne es ausgeglichen, damit es sich weniger aggressiv anfühlt”. Kein Cash-Puffer, keine Anleihen, keine echten Stabilisatoren. Das Depot fährt permanent auf der linken Spur, nur ohne Crash-Sensor. Aktien-only ist für lange Horizonte okay, aber dann bitte nicht so tun, als wäre das ein halber Sicherheitsgurt. Wer komplett auf eine Assetklasse setzt, bekommt maximale Einfachheit, aber auch maximale Abhängigkeit von genau einem Motor: globalen Aktienmärkten. Wenn die stottern, stottert alles. Wer damit leben kann – fein. Wer nicht – Illusion beenden.
Sektorseitig bist Du erstaunlich “Mainstream-ETF mit leichtem Tech-Tick”. 24 % Technologie ist klarer Tech-Favorit, aber noch nicht Vollsuchtlevel. Finanzwerte und Industrials sind prominent, der Rest hängt brav hinterher. Du fährst im Prinzip einen Marktschnitt mit Extra-Liebe für Zukunftsphantasie und Zinszyklen – eine Kombi, die in Boomphasen gut aussieht und in Crashphasen schnell erklärt, warum der Kontostand blutet. Sektorallokation wirkt nicht völlig irrational, aber auch nicht bewusst designt, eher von der Index-Methodik diktiert. Wer so unterwegs ist, sollte akzeptieren: Sektorsteuerung machst Du nicht, Du nimmst, was der Index kocht – mit allen Klumpen.
65 % Nordamerika schreien “US first, Rest der Welt darf mitfahren, aber bitte hinten”. Europa Developed mit 14 %, Japan 6 %, Rest-Asien und Emerging Markets im einstelligen Bereich – das ist der übliche passive Home-Bias auf globaler Marktkapitalisierung, nur halt ohne wirklichen Gegenakzent. “America oder Bust” beschreibt es ganz gut: Wenn US-Aktien eine Dekade seitwärts laufen, hängt Dein Depot im selben Wartezimmer. Positiv: kein alberner Heimathafen-Deutschland-Overkill. Negativ: Du wettest massiv darauf, dass das US-Dominanznarrativ einfach ewig weitergeht. Global klingt es, global ist es, aber mit sehr lauter US-Stimme im Chor.
Marktkapitalisierung: 43 % Mega, 30 % Big – also rund drei Viertel Deines Geldes in gigantischen Konzernen. Mittelgroß, klein und Mikro dürfen zwar mitspielen, aber eher als Beilage. Klingt nach “Stabilität”, ist aber eher “ich vertraue darauf, dass die aktuellen Gewinner noch lange Gewinner bleiben”. Der 15-%-Small-Cap-Value-Baustein versucht zwar tapfer, etwas Kleinzeug-Rendite reinzudrücken, aber gegen die Mega-Cap-Lawine wirkt das mehr wie Stilgeste als ernsthafter Shift. Wenn die Großen schwächeln und Kleine laufen, wirst Du nur höflich profitieren. Wer wirklich auf Size-Faktor setzt, muss mehr als 7 % Small und 5 % Micro zulassen.
Die Look-through-Daten zeigen ein Déjà-vu-Depot: NVIDIA, Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet, Meta, Tesla – das Who’s Who der üblichen Verdächtigen. Das ist nicht “mutige Faktorwette”, das ist “ich besitze halt alles, plus dieselben Tech-Giganten immer wieder in verpackter Form”. Overlap ist eher unterschätzt, weil nur Top-10 berücksichtigt werden. Heißt: Deine scheinbare Breite ist teilweise ein Spiegelkabinett aus denselben Mega-Caps in verschiedenen ETFs. Das ist wie fünf Burgerläden testen und überall am Ende doch den gleichen Cheeseburger essen. Breite Streuung auf dem Papier ist nett, aber die echten Risiko- und Renditetreiber sind klar: Big Tech dominiert.
Faktorprofil: Value 85 %, Momentum 54,5 %, Size 29,8 % – du hast dir versehentlich einen Faktor-Cocktail gemixt, der halb bewusster Smart-Beta-Fan, halb Standard-Indexjunkie ist. Faktoren sind im Prinzip die versteckten Charakterzüge des Depots: billig (Value), klein (Size), trendstark (Momentum), qualitativ hochwertig etc. Du lädst gut Value und Momentum, dazu etwas kleinere Titel – also “billige Trendfolger mit leichtem Underdog-Faible”. Klingt cool, ist aber nicht unbedingt geplant, eher Nebenprodukt der Avantis-Zugabe. Extrem ist es nicht, aber Du spielst mit Kräften, die in manchen Phasen brutal helfen und in anderen gnadenlos treten. Bewusst wäre besser als Zufall.
Risiko-Beiträge sind wenig überraschend: 85 % Gewicht im Amundi liefern ~84 % Risiko, 15 % Avantis geben ~16 % Risiko. Nichts Exotisches, aber klar: Der kleine Avantis-Baustein schlägt leicht über Gewicht, ist also etwas zappeliger als der World-Klotz. “Risk-to-weight” von 1,07 heißt: für seine Größe macht er ein bisschen mehr Theater als der Rest. Positiv: keine einzelne Position rastet vollkommen aus, das Risiko ist relativ proportional verteilt. Negativ: Du hast keine echte Diversifikation über verschiedene Risikotreiber hinweg – im Kern sind zwei ETFs für 100 % Deiner Laune zuständig. Wenn einer spinnt, gibt es keinen großen Puffer.
Dieser Chart zeigt die Efficient Frontier, berechnet auf Basis deiner aktuellen Positionen mit unterschiedlichen Gewichtungen. Er hebt das beste Verhältnis zwischen Risiko und Rendite hervor, basierend auf historischen Daten. "Effiziente" Portfolios maximieren die Rendite für ein gegebenes Risiko oder minimieren das Risiko für eine gegebene Rendite. Portfolios unterhalb der Kurve sind weniger effizient. Diese Grafik dient nur zu Informationszwecken und stellt keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.
Klicke auf die farbigen Punkte, um Gewichtungen zu erkunden.
Auf der Risiko/Rendite-Landkarte sitzt Dein Depot brav auf der Effizienzkurve – immerhin nicht völlig ineffizient gebaut. Aber: Die optimale Mischung Deiner beiden ETFs schafft bei etwas mehr Risiko (18,11 % vs. 15,10 %) satte 13,51 % erwartete Rendite und besseren Sharpe (0,69 vs. 0,56). Gleiches Risiko, schärfer gewichtet, könnte Dir sogar 13,97 % erwartete Rendite bei 18,86 % Risiko bringen – also mehr Turbo bei ähnlicher Nervenzusammenbruchswahrscheinlichkeit. Die Efficient Frontier ist im Grunde die “beste mögliche Linie” aus Deinen vorhandenen Bausteinen. Du stehst nicht schlecht, aber auch nicht maximal clever. Reines Umgewichten, keine neuen Produkte, könnte Dein Profil schärfer machen.
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