Roast-Modus 🔥

Europalastiger ETF Mix mit globalem Anstrich der clever tut aber gemütlich hinterherläuft

Bericht erstellt am 06.05.2026

Risikoprofil Info

4/7
Ausgewogen
Less risk More risk

Diversifikationsprofil Info

4/5
Broadly Diversified
Less diversification More diversification

Positionen

Die Zusammensetzung ist im Grunde: Europa mit etwas Schwellenländern und einem globalen ETF als Deko oben drauf. 55 % Europa, 25 % Emerging Markets, 20 % „Global“ – das ist kein Weltportfolio, das ist Europa mit zwei Beilagen. Drei ETFs wirken zwar übersichtlich, aber die Mischung ist seltsam: Ein breiter Europa-Block, ein extra EM-Block und dann noch mal alles gemischt. Wie ein Sandwich, in das jemand dieselbe Wurst dreimal legt. Das Ergebnis: optisch divers, inhaltlich stark fokussiert. Der Aufbau wirkt eher pragmatisch als durchdacht strategisch – solide, aber bequem.

Wachstum Info

Historisch hat das Ganze okay geliefert, aber eben nur okay. Aus 1.000 € wurden 1.534 €, eine CAGR von 9,65 %. Das klingt nett, bis man sieht: US-Markt 12,66 %, Weltmarkt 10,72 %. Also klar hinterhergefahren, trotz geringerer Maximalverluste als die Benchmarks. Das ist wie langsamer fahren und trotzdem zu spät ankommen. Der maximale Drawdown von –17,9 % war überschaubar, aber die Erholung dauerte stolze 15 Monate. Und wie üblich: 90 % der Rendite stecken in 16 Tagen – verpasst man die, wirkt das Ganze schnell ziemlich mittelmäßig.

Prognose Info

Die Monte-Carlo-Simulation sagt im Prinzip: „Es kann gut laufen, es kann mies laufen, und am Ende weiß niemand was.“ Aus 1.000 € könnten im Median 2.857 € nach 15 Jahren werden, mit einer riesigen Spannbreite von knapp 950 € bis über 8.000 €. Monte Carlo ist nichts Magisches, nur tausend durchgespielte „Was-wäre-wenn“-Zukünfte basierend auf der Vergangenheit. Also eher Wetterbericht als Wahrsagerei. 83,9 % Chance auf ein Plus ist nett, aber nicht spektakulär. Die erwarteten 8,39 % pro Jahr zeigen: ordentliches Risiko, ordentliche Chance – aber keine Rakete.

Anlageklassen Info

  • Aktien
    100%

Asset-Allokation? Ein Wort: Aktien. 100 % Stocks, null Anleihen, null Cash, null irgendwas anderes. Das ist keine ausgewogene Speisekarte, das ist All-you-can-eat-Equity-Buffet. Für einen „Balanced“-Risikotypen wirkt das eher wie „wir nennen es ausgewogen, weil drei ETFs drin sind“. Die Volatilität und die Drawdowns kommen also ungebremst aus einer einzigen Risikoquelle. Diversifikation über Assetklassen fehlt komplett – kein Puffer, kein Stoßdämpfer, nur Vollkontakt mit dem Aktienmarkt. Wer nach Balance sucht, findet hier höchstens optische Balance in der ETF-Liste.

Branchen Info

  • Finanzen
    21%
  • Technologie
    19%
  • Industriegüter
    16%
  • Gesundheitswesen
    9%
  • Zyklische Konsumgüter
    8%
  • Basiskonsumgüter
    6%
  • Telekommunikation
    5%
  • Energie
    5%
  • Grundstoffe
    5%
  • Versorgungsunternehmen
    4%
  • Immobilien
    1%

Sektorverteilung: halbwegs breit, aber mit klarer Schlagseite. Finanzwerte sind mit 21 % der größte Brocken, Technologie dicht dahinter mit 19 %. Industrie mit 16 % obendrauf – das ist schon eine deutliche Wette auf klassische Konjunktur und Zinsumfeld. Sektorbreite ist zwar da, aber das Gewicht der Finanzen sorgt dafür, dass Zins- und Kreditstress hier richtig durchschlagen kann. Gleichzeitig ist der Tech-Anteil nicht hoch genug, um wie ein Growth-Brett zu wirken, aber hoch genug, um bei Tech-Crashs weh zu tun. Charmant halbschwanger positioniert.

Regionen Info

  • Europa
    57%
  • Nordamerika
    16%
  • Asien
    11%
  • Asien Schwellenländer
    10%
  • Afrika/Mittlerer Osten
    2%
  • Lateinamerika
    2%
  • Japan
    1%
  • Europa Schwellenländer
    1%

Geografisch schreit das Portfolio: „Europa first.“ 57 % entwickelte Länder in Europa, Nordamerika mit 16 % nur als Nebendarsteller. Das restliche bisschen Welt (Asien, Afrika, Lateinamerika) ist zwar vorhanden, aber eher Statist als Co-Star. Für jemanden aus Deutschland ist der Home Bias nachvollziehbar, trotzdem: Der globale Aktienmarkt sieht deutlich anders aus. Hier hat Europa eine Überrepräsentation, die selbst europäische Indizes neidisch machen dürfte. Dadurch hängen Rendite und Risiko stark von einem einzigen Wirtschaftsraum ab – inklusive seiner politischen und währungstechnischen Launen.

Marktkapitalisierung Info

  • Sehr groß
    51%
  • Groß
    33%
  • Mittel
    14%
  • Klein
    1%

Marktkapitalisierung: absolut Mainstream. 51 % Mega-Caps, 33 % Large-Caps, 14 % Mid-Caps und ein Alibi‑1 % in Small-Caps. Das ist die Kapitalmarkt-Version von „bitte nichts zu Ausgefallenes, danke“. Die dicken Konzerne bestimmen klar das Geschehen, mit allen Vor- und Nachteilen: stabiler als Kleinzeug, aber auch träge, wenn es um Überrenditen geht. Wer hier etwas vom sagenumwobenen Small-Cap-Effekt erwartet, wird enttäuscht – der ist praktisch nicht existent. Das Portfolio verhält sich damit tendenziell wie ein klassischer Standardindex, ohne besonderen Spin.

True holdings Info

  • Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. Ltd.
    3,06%
    Teil von Fonds:
    • Amundi Prime Emerging Markets UCITS ETF DR (C)
  • ASML Holding N.V.
    1,97%
    Teil von Fonds:
    • Amundi Stoxx Europe 600 UCITS ETF C EUR
  • Samsung Electronics Co Ltd
    1,19%
    Teil von Fonds:
    • Amundi Prime Emerging Markets UCITS ETF DR (C)
  • AstraZeneca PLC
    1,19%
    Teil von Fonds:
    • Amundi Stoxx Europe 600 UCITS ETF C EUR
  • Novartis AG
    1,13%
    Teil von Fonds:
    • Amundi Stoxx Europe 600 UCITS ETF C EUR
  • HSBC Holdings PLC
    1,09%
    Teil von Fonds:
    • Amundi Stoxx Europe 600 UCITS ETF C EUR
  • Roche Holding AG
    1,09%
    Teil von Fonds:
    • Amundi Stoxx Europe 600 UCITS ETF C EUR
  • Shell plc
    1,06%
    Teil von Fonds:
    • Amundi Stoxx Europe 600 UCITS ETF C EUR
  • Nestle S.A.
    0,99%
    Teil von Fonds:
    • Amundi Stoxx Europe 600 UCITS ETF C EUR
  • NVIDIA Corporation
    0,99%
    Teil von Fonds:
    • Amundi Prime Global UCITS ETF Acc EUR
  • Top 10 gesamt 13,76%

Der Look-Through zeigt ein paar übliche Verdächtige: TSMC, ASML, Samsung, AstraZeneca, Novartis, große Banken, Pharma, Energy, Nestlé, NVIDIA. Also die Weltelite im Fondsregal, aber ohne erkennbare Einzelwette – eher die Greatest-Hits-Compilation. Dass die Top-10 der ETFs nur 22,9 % des Portfolios abdecken, heißt: ein Großteil der tatsächlichen Überlappung bleibt unsichtbar. Real dürfte sich manches Schwergewicht mehrfach wiederfinden. Das ist typisch für breite ETFs: Man denkt, man hat Tonnen Auswahl, am Ende drehen die gleichen 30–50 Namen die Musik.

Risikobeitrag Info

  • Amundi Stoxx Europe 600 UCITS ETF C EUR
    Gewicht: 55,00%
    55,9%
  • Amundi Prime Emerging Markets UCITS ETF DR (C)
    Gewicht: 25,00%
    25,3%
  • Amundi Prime Global UCITS ETF Acc EUR
    Gewicht: 20,00%
    18,9%

Die Risikobeiträge sind herrlich langweilig: Europa-ETF wiegt 55 % und trägt 55,9 % Risiko, EM-ETF 25 % Gewicht, 25,3 % Risiko, Global-ETF 20 % Gewicht, 18,9 % Risiko. Das ist so nah an „Lehrbuch“ wie es geht. Keine versteckten Tickende-Bombe-Position, kein 5 %-Posten mit 30 % Risikoanteil. Aber es zeigt auch: Die europäische Komponente ist klarer Risikochef im Haus, und die Emerging Markets liefern den erwartbaren Extraschub, ohne völlig zu dominieren. Alles ordentlich, aber auch extrem fantasielos – das Risiko sitzt genau da, wo man es vermutet, nur eben sehr gebündelt in Europa plus EM.

Risiko vs. Rendite

Dieser Chart zeigt die Efficient Frontier, berechnet auf Basis deiner aktuellen Positionen mit unterschiedlichen Gewichtungen. Er hebt das beste Verhältnis zwischen Risiko und Rendite hervor, basierend auf historischen Daten. "Effiziente" Portfolios maximieren die Rendite für ein gegebenes Risiko oder minimieren das Risiko für eine gegebene Rendite. Portfolios unterhalb der Kurve sind weniger effizient. Diese Grafik dient nur zu Informationszwecken und stellt keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

Klicke auf die farbigen Punkte, um Gewichtungen zu erkunden.

Die Effizienzkurve macht ein Kompliment, das dieses Portfolio fast nicht verdient: Es liegt quasi auf der Efficient Frontier. Die Sharpe-Ratio von 0,58 ist zwar niedriger als beim optimalen Mix (0,73) und sogar unter der Minimum-Varianz-Variante (0,71), aber die Abweichung ist nicht dramatisch. Übersetzt: Aus diesen drei Bausteinen wird das Ganze halbwegs intelligent gewichtet. Effiziente Frontier heißt: bestmögliches Verhältnis von Risiko zu erwarteter Rendite mit denselben Bausteinen. Also: Konstruktion solide, strategische Idee dahinter eher „Europa-Favorit“ als „globale Optimierung“.

Laufende Produktkosten Info

  • Amundi Stoxx Europe 600 UCITS ETF C EUR 0,07%
  • Amundi Prime Emerging Markets UCITS ETF DR (C) 0,10%
  • Gewichtete Gesamtkosten (pro Jahr) 0,06%

Die Kosten sind fast unverschämt niedrig. TER von 0,07 % und 0,10 %, Gesamtkostenquote 0,06 % – das ist praktisch „Investieren zum Selbstkostenpreis“. Man könnte fast meinen, hier wurde aus Versehen die günstige statt der überteuerten Variante angeklickt. Gebühren sind der unsichtbare Staubsauger im Depot, und dieser hier läuft auf Eco-Mode. Roast-Potenzial ist da gering: An den Kosten scheitert dieses Portfolio definitiv nicht. Wenn die Performance dem Markt hinterherhinkt, liegt es nicht an den Gebühren, sondern an der Konstruktion und der Europa-Obsession.

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